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Mann darf Tisch heiraten

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Ein wegweisendes Urteil hat das Bundesverfassungsgericht unter der Leitung von Claudia Roth diese Woche gesprochen. Zukünftig müssen die Standesämter auch Partnerschaften zwischen Menschen und Dingen ihren Segen geben. Ein Mann aus Sachsen hatte geklagt, da er seiner innigen Beziehung mit einem Tisch durch eine Heirat Ausdruck verleihen wollte. Die Verfassungsrichter sahen in der bisherigen Regelung eine unrechtmäßige Diskriminierung von Objektsexuellen. Die Politik begrüsste dieses Urteil und trotzdem wirft es für die Zukunft weitere Fragen auf.

Wer darf den Kölner Dom heiraten?

Die Öffnung des Ehe-Begriffs stößt in der Gesellschaft auf breite Zustimmung. Selbst die evangelische Kirche will einer Heirat zwischen eine Mensch und einer Sache zukünftig ihren kirchlichen Segen geben. Lt. Rosa von Praunheim, dem Ratsvorsitzenden der EKD, steht das ganze zwar so nicht in der Bibel, aber man müsse Gottes Wort eh für die jeweilige Zeit interpretieren. Lediglich die katholische Kirche steht dem ganzen skeptisch gegenüber, aber das war auch nicht anders zu erwarten. In der Urteilsbegründung beschrieb das Verfassungsgericht korrekterweise, dass die Ehe seit der Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare eh nicht mehr ihren Sinn in der Fortpflanzung habe. Da ist es nur konsequent die Lebensform zwischen Mensch und Sache unter den Schutz des Staates zu stellen. Wichtig sei nur die Willenserklärung der beiden Partner. In diesem Fall ginge man von einer stillschweigenden Zustimmung des Tisches aus.

Trotzdem wirft das Urteil weitere Fragen auf. Kurz nach Verkündigung bildeten sich lange Schlangen vor den Standesämtern in Köln. Viele Bürger der Stadt wollten das Aufgebot für eine Heirat mit ihrem geliebten Dom bestellen. Das stellt die Rheinländer vor ungeahnte Problem. Wie oft darf der Kölner Dom denn heiraten? Nach langen Beratungen bahnt sich dort aber ein Kompromiss an. Die gotische Kathedrale wird in mehrere Bauabschnitte aufgeteilt und so hat jeder Bürger die Möglichkeit ein Stück zu ehelichen. Diese Handhabe wäre ein gutes Muster für andere Bauwerke der Republik.

Sperrmüll statt Scheidung?

Trotz aller Liebe kommt es natürlich immer auch mal wieder zu Scheidungen. Auch in diesem Fall ist eine aktive Zustimmung einer Sache nicht zu erwarten. Trotzdem sollte man sich hüten den Ehepartner nach erloschener Liebe einfach auf den Sperrmüll zu stellen. Die Entsorgungsbetriebe werden zukünftig angehalten stichprobenartig den Familienstand der rausgestellten Möbel zu kontrollieren. Bei unrechtlicher Entsorgung könnte  es zu hohen Bußgeldern kommen.

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Bayern wieder mit regelmäßiger Stromversorgung

Bayern wieder mit regelmäßiger Stromversorgung

Lange hat es gedauert, aber nun ist es endlich vollbracht. Der bayerische Ministerpräsident Anton Hofreiter verkündete heute voller Stolz bei einer Pressekonferenz, dass das Stromnetz in Bayern jetzt wieder für eine störungsfreie Versorgung mit Elektrizität sorgt. Der smarte Grünen-Politiker betonte in diesem Zusammenhang nochmal die Versäumnisse der Vergangenheit, die man mit großen Anstrengungen kompensieren musste. Durch die Neueröffnung des Atomkraftwerks am Stadtrand von München sind nun aber die Zeiten in abendlicher Dunkelheit für die Bajuwaren beendet.

Horst Seehofer weist Vorwürfe zurück

In der Amtszeit von Horst Seehofer (2008 – 2015) stellte der Freistaat die Weichen für über 10 Jahre ohne regelmäßige Stromversorgung. Die Atomkraftwerke wurde abgeschaltet, Kohlestrom wollte man nicht und auch die Trassen für den Transport von Windenergie aus dem Norden wurden nie gebaut. Die Bauern konnten den gestiegenen Energiebedarf mit Biomasse-Kraftwerken nicht decken und so kam es ab 2019 zu spürbaren Engpässen. Das einstige Muster-Bayern wieder mit regelmäßiger StromversorgungBundesland verfiel in eine tiefe Rezession. Viele Unternehmen flüchteten und auch der Tourismus kam zum erliegen. 2022 kam dann endlich die Wende. Nach einer spannenden Landtagswahl bildeten die Grünen und die FDP die Regierungskoalition. Anton Hofreiter wurde Ministerpräsident und leitete endlich die längst fällige Energiewende ein. Gegen große Widerstände der Basis machte sich die Grün/Gelbe Koalition an den Bau von neuen Atomkraftwerken. Der grüne Ministerpräsident sagte damals vor dem Landtag: „Die Kernkraft gehört mittlerweile zu den sichersten Energiequellen und hat außerdem eine fantastische CO² Bilanz. Den Atommüll werden man dann wie geplant in Niedersachsen entsorgen.“

Nach einem spektakulären Prozess steht der ehemalige Ministerpräsident Horst Seehofer unter Hausarrest. Dort ließ er verlauten, dass er sich keiner Schuld bewusst sei. Die Kühe haben einfach zu wenig geschissen, um mit Biomassekraftwerken den Energiebedarf zu decken – das konnte ja nun keiner ahnen. Als persönlichen Affront sieht er es, dass ein neugebautes Atomkraftwerk direkt vor seinen Garten gebaut wurde und die Stromtrassen direkt über sein Haus führen.

Weitere finanzielle Hilfe nötig

In den letzten Jahren sind massiv Gelder über den Länderfinanzausgleich in den Freistaat geflossen, damit die Stromversorgung schnell wieder aufgebaut werden kann. Geberländer wie Mecklenburg-Vorpommern oder Berlin deuteten schon an, dass sie diese Hilfen gerne schrittweise zurückführen möchten. Ministerpräsident Anton Hofreiter möchte davon nix wissen. Im Politik-Magazin Pop Rocky sagte er, dass massive Hilfen weiter nötig sind und er auf die Solidarität der reichen Bundesländer baue.

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Linkspartei fordert Öffnungszeiten für das Internet

Die Linke fordert Öffnungszeiten für das Internet

In der Regierungskoalition bahnt sich neuer Streit an. Die Linkspartei fordert strikte Öffnungszeiten für das Internet. Der Koalitionspartner von der AfD dagegen sieht keinerlei Veranlassung für eine Änderung bestehender Regeln. Bundeskanzler Lucke stehen in dieser Streitfrage schwere Vermittlungsgespräche bevor. Die Linkspartei musste im Koalitionsvertrag so einige Kröten schlucken. So stimmten sie auf Druck der Alternative für Deutschland der Streichung des Mindestlohnes und der Rente mit 70 zu. Die Linken versuchen wachsender Kritik aus der Basis mit der Durchsetzung dieses Lieblingsthemas entgegenzuwirken.

15 offene Sonntage im Jahr

Für die Linkspartei ist die Regulierung der Öffnungszeiten im Internet eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Lt. Partei-Chef Sebastian Edathy kann es nicht sein, dass das Netz ein rechtsfreier Raum bleibt. Schließlich muss sich jeder Laden in Deutschland an Gesetze halten. Nur die kapitalistischen Ausbeuter von Amazon und co dürfen 24 Stunden am Tag ihre Waren verkaufen. Einen Wettbewerbsnachteil für die deutsche Wirtschaft sieht er in einer strikteren Regelung auch nicht. Schließlich hatte die DDR damals ja gar kein Internet und war trotzdem ein Erfolgsmodell. Der Vorschlag der Linkspartei sieht eine regelmäßige werktägliche Öffnungszeit von 07 – 22:00 Uhr vor. Für Edathy absolut ausreichend um sich zu informieren und Bilder aus Kanada zu bestellen.

Die Fronten in der Koalition sind in dieser Frage  verhärtet. Die Linkspartei kommt der AfD aber mit einer großzügigen Ausnahmeregelung an 15 Sonntagen bereits entgegen. Dort könne man das Internet außerplanmäßig zwischen 12 – 18:00 Uhr öffnen.

Provider skeptisch – Hilfe von der NSA?

Die Internetprovider stehen geregelten Öffnungszeiten des Internets skeptisch gegenüber. Der Chef von T-Vodafone sieht große technische Probleme in einer zeitweisen Sperrung des Netzes. Außerdem fürchte man viele Kunden zu verlieren. Dass es auch ohne Hilfe der Zugangsanbieter geht machte die Linkspartei bereits deutlich. Unsere amerikanischen Freunde von der NSA könnten geregelte Öffnungszeiten des Internets ohne Probleme in Deutschland durchführen. Der Geheimdienst wäre über diese Regelung sogar sehr erfreut. So bekommen man alle Daten komprimiert und man spare sich viel Zeit und Geld für Sichtung und Speicherung der relevanten Informationen.

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Reunion der toten Hosen beim Musikantenstadl

Reunion der toten Hosen beim Musikantenstadl flushed

Den 08. Juni 2030 sollten sich alle Freunde der deutschen Musik fett im Kalender anstreichen. Die toten Hosen werden an diesem Tag wieder mal gemeinsam auf der Bühne stehen. Das ist der erste gemeinsame Auftritt der Punk-Band seit ihrer Trennung im Jahre 2022. Das ganze wird ab 20:15 Uhr in der ARD im Rahmen des Musikantenstadls zu sehen sein. Der Moderator Jan Böhmermann ist sichtlich stolz, dass ihm dieser Coup gelungen ist. Neben der Gruppe aus Düsseldorf werden mit den Ärzten, den Böhsen Onkelz und DJ BoBo weitere Hochkaräter der deutschen Punk-Musik zu Gast sein.

Punk-Stadl aus Riesa

Die toten Hosen hatten sich 2022 mit einer großen Abschiedstournee von ihren Fans verabschiedet. Seit dem war es ruhig geworden um die Düsseldorfer Gruppe. Gut dotierte Angebote für einen erneuten Auftritt wies man in regelmäßigen Abständen zurück. In den letzten Jahren zog es Campino dann doch wieder zurück ins Rampenlicht. Auftritte beim perfekten Promi-Dinner und vor allem die Reality-Doku-Show „Die Campinos“ auf Servus-TV nährten die Hoffnung der Fans auf eine baldige Reunion der toten Hosen.

In einem Interview mit dem Fachmagazin Frau, Land und Hund verriet Campino dann auch, dass man eigentlich nur noch auf das passende Angebot gewartet hat. Als dann der Musikantenstadl anfragte, musste die Band nicht lange überlegen – „Der Musikantenstadl ist einfach der perfekte Ort für eine Reunion der toten Hosen. Wir verfolgen die Sendung bereits seit vielen Jahren und wissen, dass viele unserer Fans auch treue Zuschauer der Volksmusik-Show sind.“ Der Moderator Jan Böhmermann bastelte um das lang erwartete Comeback der toten Hosen einen Stadl mit vielen bekannten deutschen Punk-Bands vergangener Zeiten. Aber auch für Überraschungen wird Platz sein und so dürfen wir uns in Riesa auch auf einige legendäre Rechtsrock-Bands der Nachwendezeit freuen.

Neues Album der toten Hosen?

Ob dem Auftritt beim Musikantenstadl auch ein neues Hosen-Album folgen wird, ließ die Band noch offen.Fest steht allerdings schon, dass in ein paar Tagen die Neuauflage ihres Klassikers „Das Wort zum Sonntag“ als Single zum Download bereit stehen wird. Diese Ode an die Punk-Musik hat die Gruppe gemeinsam mit Helene Fischer und Semino Rossi neu eingespielt.

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Google reglementiert das Setzen von Backlinks

Google reglementiert das Setzen von Backlinks

Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung sind hochwertige Backlinks die Grundlage einer vorderen Position bei den Suchergebnissen. Immer wieder kam es in diesem Bereich zu Manipulationsversuchen von Betreibern von Webseiten und Blogs. Google ist sich dieses Problems seit langem bewusst, aber die ergriffenen Maßnahmen brachten nicht den nötigen Erfolg. Noch immer werden Backlinks für gutes Geld verkauft und damit die Rankings bei Google beeinflusst. Ab dem nächsten Monat soll damit Schluss sein. Google reglementiert drastisch das Setzen von Verweisen auf fremde Seiten. Die neue Regelung dürfte enormen Aufwand und Kosten für alle Betreiber von Internetseiten bedeuten.

Backlinks müssen notariell beglaubigt werden

Zukünftig muss jeder Link auf eine fremde Homepage von einem sogenannten Google-Notar beglaubigt werden. Dort müssen beide Seiten versichern, dass der gesetzte Backlink nicht aus gewerblichen Gründen gesetzt wurde. Außerdem verlangt das Unternehmen vorab ein Gutachten mit einer genauen Begründung. Der Konzern will Büros mit entsprechenden Notaren in Zukunft flächendeckend anbieten. Die urkundliche Beglaubigung soll lediglich je 50 $ für beide Parteien kosten. Außerdem behält sich Google bei Verdachtsfällen eine Sicherheitsleistung von bis zu 100.000 $ vor. Diese behält der amerikanische Konzern aber nur ein, wenn es sich im Nachhinein herausstellt, dass die Backlinks missbräuchlich bzw. gewerblich gesetzt wurden. Eine Ausnahmeregelung unterstreicht mal wieder das Google-Motto „Don’t be evil“. Verweise von und auf Wikipedia werden weiter ohne Prüfung und Beurkundung möglich sein. Damit wolle man einen Beitrag für ein freies Internet leisten.

Googles neuer Dienst AdBack als Ausweg?

Es wird aber weiterhin einen Weg geben Links zu setzten und zu bekommen. Google stellte parallel ihren neuen Dienst AdBack vor. Dort kann sich jeder Webseiten-Betreiber anmelden. Google untersucht die Seite und setzt dann voll automatisch die passenden Backlinks zum Thema. Es wird allerdings nur auf Seiten verwiesen, die sich vorher bei AdBack angemeldet haben und ein entsprechendes Budget investieren. Dies dient lt. Google aber lediglich der Qualitätssicherung.

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Regierung plant Kommunalwahl über Videotext

Regierung plant Wahl über Videotext flushed.de

Getreu dem Motto „Mehr Demokratie wagen“ plant die Bundesregierung für die nächste Kommunalwahl ein sensationelle Reform. Man möchte den Bürgern die Gelegenheit geben ihre Stimme ganz bequem per Telefon oder SMS abzugeben. Das Ergebnis kann dann live per Videotext verfolgt werden. lt. Bundeskanzler Lucke wolle man die Wähler dort abholen wo sie sind – nämlich vor dem Fernseher. 

Nur 8% Wahlbeteiligung

Bei der letzten Kommunalwahl in NRW gingen lediglich 8% der Stimmberechtigten an die Urnen. Um diesen Trend entgegenzuwirken plant die Bundesregierung von AfD und Linken für den nächsten Wahlgang am 08.September 2030 neue Möglichkeiten der Stimmabgabe. Gerade die bildungsfernen Bevölkerungsgruppen werden bei der politischen Meinungsbildung nicht mehr erreicht. In Zusammenarbeit mit Sat1 und RTL plane man nun die Stimmabgabe über Videotext. Per SMS oder Telefon kann der Zuschauer seine Stimme abgeben und den Wahlgang live im Teletext verfolgen. Lt. Lucke eine tolle Möglichkeit für den Wähler unmittelbar am Geschehen teilzuhaben. Außerdem haben alle Beteiligten die Möglichkeit ein Auto zu gewinnen. Die Erträge aus den Kosten pro Stimmabgabe (0,99€) werden fast komplett für Sachpreise wieder ausgeschüttet.

Dabei ist die Kommunalwahl 2030 in NRW nur ein Versuchsballon. Sollte sich das neue Verfahren bewähren, werden man dieses auch für die nächste Bundestagswahl in Erwägung ziehen. Die üblichen Bedenkenträger sehen in dem neuen System eine eklatante Verletzung wichtiger verfassungsrechtlicher Wahlgrundsätze. Innenministerin Sahra Wagenknecht von den Linken möchte das Videotext-Voting trotzdem durchziehen. Sie wird mit den Worten zitiert „Verfassung hin, Verfassung her – wir sind die Bundesregierung und basta!

NSA könnte Urnengang komplett überflüssig machen

Dabei wird diese neue Form der Stimmabgabe wahrscheinlich eh nur ein Zwischenschritt zu einer ganz großen Wahlreform werden. Lt. Insiderkreisen plane die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Auslands-Geheimdienst den ganz großen Wurf. Die NSA habe so viele Daten von den Deutschen und so könne diese zu 100% bestimmen für welche Partei sich der Bürger jeweils entscheiden wird. Zum Wahltag werde die NSA das amtliche Endergebnis veröffentlichen. Der Bürger wird also gar nicht mehr genötigt aktiv zu werden. Trotzdem werde das System transparent bleiben. Nach der Wahl werde jeder Bürger einen Brief bekommen, in dem ihm offenbart wird für welche Partei er sich entschieden hat.

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Das Internet der Idioten

das internet der idioten

Das Internet ist eine toller Erfindung. Kaum ein Medium hat die Welt so verändert. Das Wissen der Welt ist für große Teile der Bevölkerung abrufbar und es gibt unzählige Möglichkeiten mit Menschen in Kontakt zu treten. Das ist aber auch die große Schwäche des Webs.

Dorftrottel im analogen Zeitalter

Vor nicht allzu langer Zeit nannte man Menschen mit abstrusen Ideen einfach Dorftrottel. Jeder kannte in seinem erweiterten sozialen Umfeld jemanden, der nicht ganz richtig tickte. Ob es nun ein Anhänger rassistischer Ideen war, die Freimaurer unsere Welt lenken, die Aliens längst unter uns weilen oder die Amerikaner nie auf dem Mond waren – die Themen waren vielfältig. Auch wenn diese Leute ihre Theorien mit Feuereifer propagierten, blieben sie doch einfach die Dorftrottel. Manchmal waren sie ein wenig nervig und gerade rassistische Äußerungen waren  einem unangenehm, aber sie waren halt die Dorftrottel und trotz allem geistigen Dünnschiss auch ganz amüsant mit ihrem konstruierten Weltbild. Natürlich wurde spekuliert, warum seine Murmel nicht mehr richtig tickt. Gerüchteweise musste dann eine zu enge verwandtschaftliche Beziehung von Mutter und Vater herhalten. Ich glaube das nicht – ich bin der Meinung, dass bei der Produktion der Menschen auch mal ein „Montagsstück“ dabei ist. Anatomisch voll okay, geistig nicht behindert – aber irgendwo wurde im Gehirn gemurkst. Das war auch alles kein Problem. Der Dorftrottel lebte zufrieden in seiner Welt und das soziale Umfeld hatte seinen Spaß. Leider kam dieses Gleichgewicht durch das Internet in eine Schieflage.

Alle 11 Sekunden finden sich zwei Idioten im WWW

Der geistig zurückgebliebende Außenseiter hatte eigentlich fast keine Möglichkeiten andere seiner Art zu treffen. Viel zu abstrus waren seine Ideen und viel zu große seine Angst die gewohnte Umgebung zu verlassen. Durch das Internet ergaben sich für den Dorftrottel leider ganz neue Möglichkeiten. Die Idioten begannen sich zu vernetzen. Sie fanden sich in Internetforen, merkwürdigen Chats und natürlich bei Facebook. Die Euphorie war groß. Endlich war man nicht mehr alleine. Man tauschte sich aus und festigte seine kaputten Theorien. Das ist so weit auch noch okay. Aber leider führte dies zu einer verzerrten Wahrnehmung. Der Dorftrottel fühlt sich auf einmal als Teil einer großen Bewegung. Informationen holt er sich nur noch auf den Webseiten, die seinem Weltbild entsprechen. Das hat den Vorteil, dass er sein eigenes Weltbild nicht mehr hinterfragen muss. Sollte er dann doch mal über konträre Meinungen im Internet stolpern, dann fällt sofort das Killerargument der „staatliche gelenkten Medien“. Großzügig eröffnet er Andersdenkenden, dass „sie irgendwann auch mal aufwachen werden“.

Mit der Vernetzung der Schwachmatten könnte mal als vernünftiger Mensch ja eigentlich auch noch leben. Nur leider sind die Dorftrottel in Gemeinschaft so schrecklich laut. Überall müssen sie ihre konstruierten Theorien posten und das führt zu einer verzerrten Wahrnehmung. Es sind aber noch immer Idioten und genauso sollte man sie auch behandeln.

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Holt die Reporter rein…

holt die reporter rein

Abends 20:00 Uhr in der ARD. Ganz Deutschland versammelt sich vor dem TV, um dem heiligen Gral des Deutschen Nachrichtenwesens zu lauschen. Seriosität zeichnet dieses Format aus. Umso bemerkenswerter sind dabei die Schaltungen zu den Reportern vor Ort. Am Vormittag hat die große Koalition in gewohnter Einmütigkeit wieder irgendeinen Pipifax beschlossen. Das ist natürlich eine Schalte nach Berlin wert. Da steht der dann wieder alleine im Berliner Schmuddelwetter und erklärt uns alle Hintergründe. Prima Sache – aber warum muss der Reporter draußen stehen? Wie habe ich mir das ganze vorzustellen? Bericht und Texte werden schön gemütlich im Studio produziert. Um kurz vor 20 Uhr heißt es dann Aufbruch und die ganze Truppe stellt sich vor das Bundeskanzleramt.

Was erwartet man dort? Hofft man, dass Frau Merkel das traurige Treiben beobachtet und kurz mal runterkommt? Leider haben wir keine Kanzlerin mit Humor. Mit Herrn Deppendorf vor der Tür ließen sich lustige Sachen anstellen. Die Möglichkeiten reichen dabei von Papierfliegern, Wasserbomben oder einfach mal ganz laut Helene Fischer hören. In Brüssel das gleiche Spiel. Wobei Christian Feld dort bedingt durch das schlechte Wetter in Belgien bereits Ausfallerscheinungen bei seiner Frisur in Kauf nehmen musste.

Liebe Sender lasst das mit den Außenreportern es wirkt einfach nur lächerlich.

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Blut, Gehirn, Massaker – wir sind alle Gaffer

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Unsere Gesellschaft bzw. deren Medien können sich so richtig schön in Rage reden, wenn es um so genannte Gaffer geht. Da filmen Schaulustige Unfallopfer bei einem Verkehrsunfall oder schauen sich gepflegt eine Schlägerei an, ohne zu helfen bzw. Rettungskräfte zu alarmieren. In solchen Fällen sind wir uns mal wieder alle einig. Da wird gerne die moralische Keule geschwungen und die Frage nach dem Zustand unserer Gesellschaft gestellt.

Mit frisch gestärktem Gutmenschen-Gefühl geht der Tag dann weiter. In der Tagesschau wird sich über den Zustand der Welt informiert. In Syrien werden Menschen mit deutschen Waffen abgeschlachtet. Die Syrer die darauf nun gar keinen Bock haben, machen sich auf eine abenteuerliche Reise nach Europa. Dabei gehen die Flüchtlingen regelmäßig im Mittelmeer baden. Wir sind live dabei und sind stets gut informiert. Dabei könnten wir die Not der Menschen lindern.

Mit unserem fetten Arsch fressen wir die Nahrungsmittel der Hungernden auf unserem Globus weg und machen auch noch so richtig Geld mit ihnen. Damit sind wir um keinen Deut besser, als die Autobahn-Gaffer. Ganz im Gegenteil – die setzten immerhin nicht mit Salamibrötchen und Bier neben den Unfall und klauen den Verletzten ihre Brieftaschen.

Nun kann man entgegnen, dass wir ja mit Entwicklungshilfe und Spenden auch Menschen helfen. Klar, das ist eine feine Sache. Aber wenn man das mit den Unfall-Gaffern vergleicht, dann wäre das so, als wenn man bei einer Katastrophe mit tausenden Verletzten ausruft: „So, heute ist Weihnachten – einer wird gerettet„.

Man kann an dieser Situation nichts ändern? Doch, das könnten wir. Wir müssten nur den Verantwortlichen in den Arsch treten und  dafür sorgen, dass es auf der Welt gerecht zu geht. Aber das wollen wir doch gar nicht, denn das hieße mit den Ärmsten der Welt zu teilen und das ginge eindeutig zu weit. Das ist auch alles gar kein Problem. Wir haben in der Geburtslotterie das große Los gezogen. Während in anderen Teilen der Welt die Nieten sitzen und nicht wissen, wie sie ihr Baby füttern sollen.

So genug gekotzt. Ich schaue jetzt Fußball und danach gaffe ich mich in diversen News-Sendungen durch die Armut der Welt – das Leben ist schön!

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Die Dauerwelle in der Politik

Die Dauerwelle in der Politik

Ich mag Politiker – ganz ehrlich. Ich finde wirklich, dass man oft zu hart mit ihnen ins Gericht geht. Ich bin auch fest davon überzeugt, dass eine große Mehrheit unserer Volksvertreter mit guter Absicht diesen Beruf anstreben. Im Laufe der Zeit verlieren sie vielleicht mal das Allgemeinwohl aus den Augen, aber das kennen wir doch alle. Eine Friseurin z.B. hat bestimmt zum Beginn ihrer Laufbahn den Traum die Menschen mit ihrem Styling schöner zu machen. Im Alltag sitzt man dann vor der x-ten Rentnerdauerwelle und tut nicht mehr als nötig, damit wenigstens ein paar Euro Trinkgeld rausspringen.

So ergeht es auch unseren Politikern. Sie sind dem Allgemeinwohl verpflichtet und wollen Schaden vom deutschen Volk abwehren. Wenn man dann aber ständig von irgendwelchen Motzkis bedrängt wird, dann geht man irgendwann den Weg des geringsten Widerstands. Denn für jede noch so verrückte Meinung gibt es in Deutschland eine Interessenvertretung.

Atomkraft will keiner mehr. Windkrafträder sind prima, aber bitte nicht in meiner Nähe. Stromleitungen müssen gebaut werden, aber doch nicht hier. Die Strassen müssen dringend ausgebessert werden, aber doch nicht wenn ich auf dem Weg zur Arbeit bin. Fahrradwege – wir brauchen mehr Fahrradwege, aber nicht auf dem Gebiet, dann da lebt der seltene Schwanzlurch.

Meine Heimatstadt hat z.B. zehn öffentlich Schwimmbäder. Bei einer Einwohnerzahl von ca. 300.000 ist das ein ganz schöner Luxus. Jedem ist klar, dass man sich das auf Dauer nicht leisten kann. Jeder Schwimmfreund besteht aber auch darauf, dass auf gar keinen Fall sein Bad geschlossen werden darf. Als Bürgermeister muss man dann natürlich Diplomat sein. Ich könnte das nicht. Ich würde mich an den Beckenrand stellen, reinpinkeln und feierlich rufen „Diese Bad ist ab sofort geschlossen“. Überhaupt sollten die Politiker viel häufiger Tacheles reden. Ich wähle schließlich damit die dann die Entscheidungen treffen. Da muss man den Leuten auch mal weh tuen.

Einer Bürgerinitiative gegen Strommasten würden ich einfach mal den Saft für 14 Tage abstellen. Da würden die bumsfidelen Oberstudienräte doof gucken, wenn der Akku vom MacBook Air leer ist. Sollen die doch mit einem Solarkocher ihren Bio-Thymian-Tee aufbrühen. Den vom Aussterben bedrohten Schwanzlurch schmeißt man dann beim Sommerfest der Partei lecker auf den Grill und der Fahrradweg kann endlich gebaut werden.

So weit wird es wohl leider nicht kommen. Die deutsche Politik wird weiter traditionell an ihrer Dauerwelle werkeln. Den stylischen Befreiungsschlag wird kein Volksvertreter mehr wagen.