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Der Blick zurück: Das Ende von Facebook

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Der Name „Facebook“ sagt wohl nur noch den Insidern und älteren Menschen etwas. Dabei war das sogenannte soziale Netzwerk eines der ganz großen Phänomene des Internets. Noch im Jahr 2014 vereinte Facebook 1,23 Milliarden Menschen auf ihrer Plattform. In der Nachschau mag die Technik antiquiert wirken und die Möglichkeiten sehr eingeschränkt, aber für unsere Eltern gehörte es zum guten Ton ständige Status-Updates und private Fotos auf Facebook zu posten. 

Die Welt im Web 2.0 Wahn

Bereits 2004 ging Facebook an den Start. Mark Zuckerberg entwickelte die Plattform und wurde in der Folgezeit zu einem der Internetpioniere. Der smarte Amerikaner wurde in der Folgezeit zu einem der jüngsten Self-made Milliardäre der Welt. Heute lebt Mark Zuckerberg zurückgezogen auf eine der letzten übrig gebliebenen Inseln der Malediven. In der Öffentlichkeit zeigt sich der gebürtige New Yorker nur noch recht selten. Man merkt ihm an, dass ihn der Niedergang von Facebook schwer getroffen hat. Im Jahr 2014 war die Welt für ihn noch in Ordnung. An sein soziales Netzwerk kam niemand vorbei. Millionen Deutsche verbrachten jeden Tag etliche Stunden auf der Website. Man vernetzte sich untereinander und die Zahl an Freunden und den so genannten „likes“ wurde zum Gradmesser des persönlichen Erfolges. Auch die zunehmende Kritik von Datenschützern konnte diese Erfolgsgeschichte nicht bremsen. Unsere Mamas und Papas posteten ganz freiwillig die privatesten Nachrichten und kompromittierende Bilder. Selbst Status-Meldungen wie „bin kacken“, „habe Job verloren“ oder „mein Mann hat Krebs“ wurden fleißig geliked und im sozialen Netzwerk verbreitet. Für die komplette Aufgabe der Privatsphäre sorgten die Nutzer schon selber. Da hatte kein Datenschützer eine Chance.

Microsoft kauft Facebook

Der Niedergang von Facebook lässt sich ziemlich genau auf den 03. August 2017 datieren. Microsoft Gründer Bill Gates war kurz zuvor wieder Chef beim taumelnden Computerriesen aus Redmond geworden. Kurz danach platzte die Bombe: Microsoft plant die Übernahme von Facebook. Das soziale Netzwerk hatte mittlerweile über drei Milliarden Nutzer und so musste Bill Gates für die Übernahme tief in die Tasche greifen. Genaue Zahlen wurden nie veröffentlicht, aber man kann von einem Kaufpreis von über 200 Milliarden ausgehen. Bill Gates machte sich sogleich an die Arbeit und die Facebook-Seite bekam Anfang 2018 ein komplett neues Design. Statt der gewohnten Oberfläche erwarteten die Nutzer nun Kacheln. Die bisherige Startseite war nur über eine komplizierte Änderung in den Einstellungen erreichbar. Der Aufschrei war groß. Die Nutzer fanden sich bei Facebook nicht mehr zurecht. Microsoft wollte dies allerdings aussitzen, da man von der neuen Benutzerführung absolut überzeugt war. In den ersten sechs Monaten nach dem Relaunch verlor das soziale Netzwerk annähernd die Hälfte ihrer Nutzer. Aber erst im Sommer 2019 reagierte der Riese aus Redmond und gab den Nutzern die gewohnte Oberfläche zurück. Zu spät! Die meisten Nutzer hatten sich bereits von Facebook verabschiedet. Noch immer gilt diese Übernahme als eine der größten Kapital-Vernichtungen der Geschichte. Auch Microsoft konnte sich von diesem Schock nicht mehr erholen und ging wenig später Pleite. Allein die Rechte an dem Firmennamen brachte noch eine beachtliche Summe. Die Ubuntu Foundation konnte sich diesen für ca. 500 Millionen Dollar sichern und vertreibt seit dem erfolgreich ihr Betriebssystem Microsoft Linux.

Knuddels.de nutzte die Chance

Der Rest ist bekannt: Knuddels.de nutzte die Gunst der Stunde und bewarb ihre Plattform unter dem Slogan „Wir können alles, außer Kacheln“. Spätestens seit der Revolution in Nordkorea 2020 ist Knuddels zu dem sozialen Netzwerk der Welt geworden. Damals hatte der Diktator Kim Jong Un das flächendeckende Internet in seinem Land eingeführt. Dabei sperrte er natürlich Seiten wie Facebook oder Twitter. Nur an Knuddels hatte er nicht gedacht. Und so vernetzten sich die Nordkoreaner dort, veranstalteten Protestaktionen und sorgten ein paar Monate später für eine Revolution! Auf Facebook herrscht dagegen gähnende Langweile. Lediglich Helmut Schmidt hält dem sozialen Netzwerk die Treue. Zu seinem 107. Geburtstag lud er über seine Profilseite ein. Drei likes und zwei Zusagen waren das traurige Ergebnis.

R.I.P. Facebook

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