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Blut, Gehirn, Massaker – wir sind alle Gaffer

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Unsere Gesellschaft bzw. deren Medien können sich so richtig schön in Rage reden, wenn es um so genannte Gaffer geht. Da filmen Schaulustige Unfallopfer bei einem Verkehrsunfall oder schauen sich gepflegt eine Schlägerei an, ohne zu helfen bzw. Rettungskräfte zu alarmieren. In solchen Fällen sind wir uns mal wieder alle einig. Da wird gerne die moralische Keule geschwungen und die Frage nach dem Zustand unserer Gesellschaft gestellt.

Mit frisch gestärktem Gutmenschen-Gefühl geht der Tag dann weiter. In der Tagesschau wird sich über den Zustand der Welt informiert. In Syrien werden Menschen mit deutschen Waffen abgeschlachtet. Die Syrer die darauf nun gar keinen Bock haben, machen sich auf eine abenteuerliche Reise nach Europa. Dabei gehen die Flüchtlingen regelmäßig im Mittelmeer baden. Wir sind live dabei und sind stets gut informiert. Dabei könnten wir die Not der Menschen lindern.

Mit unserem fetten Arsch fressen wir die Nahrungsmittel der Hungernden auf unserem Globus weg und machen auch noch so richtig Geld mit ihnen. Damit sind wir um keinen Deut besser, als die Autobahn-Gaffer. Ganz im Gegenteil – die setzten immerhin nicht mit Salamibrötchen und Bier neben den Unfall und klauen den Verletzten ihre Brieftaschen.

Nun kann man entgegnen, dass wir ja mit Entwicklungshilfe und Spenden auch Menschen helfen. Klar, das ist eine feine Sache. Aber wenn man das mit den Unfall-Gaffern vergleicht, dann wäre das so, als wenn man bei einer Katastrophe mit tausenden Verletzten ausruft: „So, heute ist Weihnachten – einer wird gerettet„.

Man kann an dieser Situation nichts ändern? Doch, das könnten wir. Wir müssten nur den Verantwortlichen in den Arsch treten und  dafür sorgen, dass es auf der Welt gerecht zu geht. Aber das wollen wir doch gar nicht, denn das hieße mit den Ärmsten der Welt zu teilen und das ginge eindeutig zu weit. Das ist auch alles gar kein Problem. Wir haben in der Geburtslotterie das große Los gezogen. Während in anderen Teilen der Welt die Nieten sitzen und nicht wissen, wie sie ihr Baby füttern sollen.

So genug gekotzt. Ich schaue jetzt Fußball und danach gaffe ich mich in diversen News-Sendungen durch die Armut der Welt – das Leben ist schön!

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